In der Performance „Frühlingsputz“ wird Byung Chul Kim den Weg von der südkoreanischen Botschaft zur nordkoreanischen Botschaft im Stil einer buddhistischen Pilgerreise “오체투지(五體投地)“ abschreiten. Buddhistische Mönche pilgern, indem sie Schritt für Schritt eine Verbeugung ausführen; durch diese physisch sehr anstrengende Art der Fortbewegung versuchen sie geistige Ziele zu erreichen und zeigen sich im Zustand der äußersten Demut. Für den ca 3 km langen Weg wird der Künstler ca 3000 Verbeugungen brauchen. Dieses mühevolle Abschreiten soll den schwierigen Prozess einer Wiedervereinigung symbolisieren. Die gewählte Strecke ist dabei in doppeltem Sinn symbolisch. Zum einen nähert sich Byung Chul Kim, der südkoreanische Künstler Verbeugung für Verbeugung der nordkoreanischen Botschaft, zum anderen durchschreitet Kim so das ebenfalls einmal geteilte Berlin, welches als Symbol für die Deutsche Wiedervereinigung sowohl Süd- als auch Nordkoreanern als Bild der Hoffnung auf das Ende der Teilung gilt. Um den ironischen Titel „Frühlingsputz“ aufzugreifen und zugleich den Gedanken des Saubermachens, das einem Neuanfang vorausgeht, zu betonen, trägt der Künstler Byung Chul Kim einen speziell angefertigten Anzug, welcher mit einem leuchtenden Neonorange die Aufmerksamkeit auf ihn zieht und durch aufgenähte Putzlappen, den Schmutz des Weges einfangen wird.